Johanni an der Schnellen Havel
Midsommar ist der schwedischste aller Feiertage, so jedenfalls die schwedische Tourismusagentur. Das mag man dort so sehen, doch wer schon eimal die kürzesten Nächte des Jahres in Litauen oder Lettland verbracht hat, der weiß, was Lebensfreude ist. Kein Mädchen und keine Frau geht am Vorabend von Joninės resp. Jāņi ohne Blumenkranz im Haar aus dem Haus und die Nacht, in der es nicht dunkel wird, ist mitnichten zum Schlafen da. Gemeinsam begrüßt man dann am Strand des Mare Baltikum den Sonnenaufgang und feiert durch bis die Sonne erneut untergeht.
Hierzulande ist Mittsommer aus guten Gründen kein Nationalfeiertag mehr, doch ganz unpolitisch möchte ich mit Ihnen etwas verspätet die Naturverbundenheit des Baltikum - meiner Wahlheimat - feiern. Am späten Nachmittag wandern wir durch das NSG Schnelle Havel, welches aus Naturschutzgründen erst nach dem 30. Juni betreten werden darf. Lichte Hügel mit Trockenrasen und den sehr seltenen Karthäuser-Nelken wechseln sich ab mit Feuchtbiotopen. Entlang der schattigen Wege blüht jetzt die Breitblättrige Ständelwurz, eine wunderschöne Orchidee, um die Wette mit Giersch, der schon Hildegard von Bingen als Zipperleinskraut diente. Am Ufer der Schnellen Havel recken sich die mächtige Engelswurz und riesige Sumpf-Gänsedisteln in die Höhe. Entsprechend den vielen verschieden Biotopen in dem NSG, findet man hier jetzt auch unterschiedlichste Pilze, vom Sommer-Steinpilz über Rotkappen bis zu Schwefelporling und Parasol.
Dann überqueren wir auf einem kleinen Steg, der in keiner Karte eingezeichnet ist, die Havel und laufen entlang einem Graben mit sandigem Grund. Wem die Füße qualmen, kann sich diese nach Kneippschener Manier beim Wassertreten abkühlen, während kleine Fische vorbeizischen. Diese sind die Lieblingsspeise der Eisvögel, die blitzenden Smaragden gleich über die Wasseroberfläche flitzen. Viele weitere seltene Vogelarten wie Schrei- und Fischadler, Schwarzstorch und Silberreiher sind hier genauso zuhause wie Fischreiher und Biber.
An den ehemaligen Fischteichen, die jetzt von Kranichen, Wildgänsen und vielen weiteren Wasservögeln genutzt werden, lassen wir uns nieder zu einer zünftigen Vesper, bis die Sonne im Rücken untergeht und Meister Bockart aus dem Wasser steigt. Essen und Trinken bringt jeder selbst mit. Wer möchte beteiligt sich am gemeinsamen Buffet.
| Seminarname: | Johanni an der Schnellen Havel |
| Anbieter: | Akademie für Umweltbildung |
| Seminarleiter: | Dirk Harmel |
| Termin: | |
| Ort: | NSG Schnelle Havel |
| Treffpunkt: | Bhf Löwenberg (Mark) |
| Preis: | 39,00 € |
ÖPNV: RE5 bis Bhf Löwenberg (Mark) (ohne Gewähr)
Fürs Navi: Zum bhf 7 in 16775 Löwenberger Land / OT Neulöwenberg
Es gilt eine Mindestteilnehmerzahl von 6 Personen, Stichtag 01.07.2026. Das Exkursionsziel ist nur mit KFZ zu erreichen. Auf Wunsch werden ab Treffpukt Fahrgemeinschaften gebildet, diese Fahrten sind jedoch nicht Teil der Veranstaltung. Der Veranstalter übernimmt keine Haftung für Schäden, die sich während den Fahrten vom Treffpunkt zum Exkursionsziel und umgekehrt ereignen sollten.
Veranstalter ist die
Akademie für Umweltbildung AFU UG & Co. KG
Friedrichstr. 95 in 10117 Berlin
HRA 58569 B
zuständiges Registergericht: AG Berlin-Charlottenburg
vertreten durch die AFU Verwaltungs UG (haftungsbeschränkt)
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