Von Stein­pil­zen und He­xen­röhr­lin­gen

Be­lieb­te Spei­se­pil­ze in Ber­lin im Früh­som­mer

 

Ex­kur­si­ons­lei­tung: Dirk Har­mel

Nächs­ter Ter­min:

Sommer 2018

 

Flockenstieliger Hexen-Röhrlinge
Flockenstieliger Hexen-Röhrlinge

   Nach den ers­ten he­ißen Ta­gen des Jah­res be­schert uns die Schafs­käl­te Mit­te Ju­ni oft nie­dri­ge Tem­pe­ra­tu­ren und Re­gen. Dies ist der Start­schuss für Som­mer-Stein­pilz, He­xen-Röhr­ling, Pfif­fer­ling, Rot­kap­pe und vie­le wei­te­re be­lieb­te Spei­se­pil­ze. Zu fin­den sind sie nicht nur in ab­ge­le­ge­nen Wäl­dern, son­dern in­mit­ten der Zi­vi­li­sa­ti­on.
   Wuss­ten Sie, dass es ver­schie­de­ne Stein­pilz-Ar­ten gibt? Auf dem Markt wird zu­meist der erst im Spät­som­mer er­schei­nen­de Fich­ten-Stein­pilz, auch "Her­ren­pilz" ge­nannt, an­ge­bo­ten.

Sommer-Steinpilze
Sommer-Steinpilze

Der Som­mer-Stein­pilz fin­det sich meist bei Ei­chen oder Hain­bu­chen und das schon im Früh­som­mer. Wächst er bei Eich­en, so nimmt er de­ren Gerb­stof­fe auf und hat das ty­pi­sche Bar­ri­que-Aro­ma, wel­ches man bei Wei­nen aus Ei­chen­fäs­sern schätzt. Ei­ne De­li­ka­tes­se son­der­glei­chen, die in kei­nem La­den oder Res­tau­rant er­hält­lich ist.

   Nah ver­wandt mit den Stein­pil­zen sind die He­xen-Röhr­lin­ge und auch un­ter ih­nen gibt es ver­schie­de­ne Ar­ten. Der Floc­ken­stie­li­ge He­xen-Röhr­ling trägt we­gen sei­ner wild­le­der­ar­ti­gen Hut­haut den Bei­na­men "Schus­ter­pilz" und steht in Punk­to Ge­schmack den Stein­pil­zen nicht nach.

Weißschuppige Rotkappen
Weißschuppige Rotkappen

   Ei­ne wei­te­re Grup­pe von Röhr­lin­gen, die im Früh­som­mer fruk­ti­fi­ziert, sind die Rot­kap­pen. Sie er­schei­nen oft schon im Ju­ni, le­gen dann eine Pau­se ein und er­freu­en uns ein zwei­tes Mal im Spät­som­mer und Herbst.

   Wer Röhr­lin­ge sam­melt, soll­te auch die Gal­len­röhr­lin­ge ken­nen, die zwar nicht im stren­gen Sinn gif­tig sind, aber doch so bit­ter, dass ein ein­zi­ges Exem­plar die gan­ze Pfan­ne un­ge­nieß­bar macht. Hier ler­nen Sie, die "Bit­ter­lin­ge" leicht zu er­ken­nen.

   Der ein­zi­ge wirk­lich gif­ti­ge Röhr­ling ist der Sa­tans­pilz. Die­ser kommt nörd­lich der Al­pen nur auf ba­si­schen Bö­den vor und sol­che gibt es in Ber­lin/Bran­den­burg nur sel­ten. Hier er­fah­ren Sie, wie sie ba­si­sche und sau­re Bö­den un­ter­schei­den kön­nen und da­mit, wo beim Sam­meln von Röhr­lin­gen kei­ner­lei Ge­fahr lau­ert.

Krauser Leistling
Krauser Leistling

   Si­cher­lich nicht wei­ter vor­stel­len muss man die Pfif­fer­lin­ge, die eben­falls um die­se Jah­res­zeit und im heu­ti­gen Ex­kur­si­ons­ge­biet wach­sen. Nicht sel­ten lan­den den­noch die Fal­schen Pfif­fer­lin­ge im Korb und wir wol­len uns an­se­hen, wie man das ver­mei­det.

   Ein sehr sel­te­ner Ver­wand­ter der Pfif­fer­lin­ge ist der Krau­se Leist­ling, den ich eben­falls hier in Froh­nau ge­fun­den ha­be. Es wür­de mich nicht wun­dern, wenn es der ein­zi­ge Fund in B/BRB wäre.

   Vie­le wei­te­re sel­te­ne Ar­ten ha­be ich in Froh­nau ent­deckt und das ist na­tür­lich kein Zu­fall. Die Be­din­gun­gen hier sind op­ti­mal und wir wol­len uns et­was nä­her da­mit be­fas­sen, was denn hier so be­son­ders ist. Mit die­sem Wis­sen kön­nen Sie zu­künf­tig Ih­re ei­ge­nen Pilz­aus­flü­ge er­folg­rei­cher pla­nen.

Auf in die Gartenstadt Frohnau!