Seminar dunkelsporige Blätterpilze

Pil­ze mit La­mel­len und dunk­lem Spo­ren­pul­ver in Theo­rie und Pra­xis

   In die­sem Seminar befassen wir uns mit Pilzen, die La­mel­len und dunkles Spo­ren­pul­ver haben. Zur leichteren Bestimmung un­ter­tei­len wir sie in ei­ni­ge we­ni­ge Grup­pen. Vor­mit­tags be­spre­chen wir die­se Grup­pen und aus­ge­wähl­te Ar­ten aus­führ­lich im Se­mi­nar­raum im Schweizer Haus in der Märkischen Schweiz, nach­mit­tags geht es dann auf Ex­kur­si­on, um das Ge­lern­te prak­tisch an­zu­wen­den. Die Ex­kur­si­ons­ge­bie­te wer­den kurz­fris­tig in Ab­hän­gig­keit von der Wit­te­rung und da­mit kon­kre­tem Pilz­vor­kom­men fest­ge­legt. Die­ser Kurs kann zwar auch oh­ne pilz­kund­li­che Grund­kennt­nis­se wahr­ge­nom­men und ver­stan­den wer­den. Grund­sätz­li­ches zur Sys­te­ma­tik wird hier je­doch nicht mehr be­spro­chen, so­dass es sich emp­fiehlt, da­zu zu­nächst den Grund­kurs My­ko­lo­gie, das An­fän­ger­se­mi­nar oder das Se­­mi­­nar hell­­spo­­ri­­ge Blät­­ter­­pil­­ze zu be­su­chen, um hier ei­nen leich­te­ren Ein­stieg zu schaf­fen. Das gilt na­tür­lich nicht für den, wer sich schon an­der­wei­tig mit der Sys­te­ma­tik in der Bio­lo­gie be­schäf­tigt hat.

Se­mi­nar­lei­tung: Dirk Har­mel

Nächs­ter Ter­min:
26. - 27.10.2019
09:15 h
Bhf Müncheberg

Am Bhf Mün­che­berg tref­fen wir uns zu­nächst und bil­den von dort Fahr­ge­mein­schaf­ten nach Buc­kow. Da am zwei­ten Tag die Win­ter­zeit zu­schlägt und die Son­ne da­mit 1h frü­her un­ter­geht, wer­den wir die vor­mit­täg­li­che Theo­rie et­was kür­zer hal­ten und ent­spre­chend frü­her mit der Ex­kur­si­on star­ten, die dann 17h endet.

Zur Bu­chung

Perlhuhn-Egerling - Agaricus moelleri
Perlhuhn-Egerling - Agaricus moelleri

   Struk­tu­rell ist die­ser Kurs gleich dem Se­mi­nar hell­spo­ri­ge Blät­ter­pil­ze. Um mich nicht zu wie­der­ho­len, bit­te ich, je­nen Text zu­nächst auf­merk­sam zu le­sen. Die his­to­ri­schen Gat­tungen mit die­sen Merk­ma­len sind die Eger­lin­ge bzw. Cham­pig­nons (Aga­ri­cus), Tint­lin­ge (Co­pri­nus), Mist­pil­ze (Bol­bi­ti­us), Samt­häub­chen (Co­no­cy­be) und Häub­lin­ge (Ga­le­ri­na), die (Haar-)Schlei­er­lin­ge (Cor­ti­na­ri­us), Riss­pil­ze (Ino­cy­be), Röt­lin­ge (En­to­lo­ma), Dach­pil­ze (Plu­te­us), Scheid­lin­ge (Vol­va­riel­la), Mürb­lin­ge bzw. Fa­ser­lin­ge (Psa­thy­rel­la), Träusch­lin­ge (Stro­pha­ria), Schwe­fel­köp­fe (Hy­pho­lo­ma), Kahl­köp­fe (Psi­lo­cy­be), Fälb­lin­ge (He­be­lo­ma), Flämm­lin­ge (Gym­no­pi­lus) und Pho­lio­ta (Schüpp­lin­ge).

Schopf-Tintling - Coprinus comatus
Schopf-Tintling - Coprinus comatus

   Wie schon bei den Hell­spo­rern unter den Blät­ter­pil­zen ent­wic­keln wir auch hier ge­mein­sam ei­nen Schlüs­sel, um uns zu­nächst zu den un­sys­te­ma­ti­schen Grup­pen ei­nes be­stimm­ten Ha­bi­tus vor­zu­kämp­fen. Zu die­sen gibt es dann wie­der Ta­bel­len, in wel­chen je­nen Grup­pen die oben auf­ge­führ­ten und vie­le wei­te­re Gat­tun­gen zu­ge­ord­net sind. Auch hier neh­men wir uns wie­der ei­­ni­­ge aus­­ge­­wähl­­te Ar­­ten vor und se­hen uns ins­­be­­son­­de­­re gu­te Spei­­se­­pil­­ze und ih­nen äh­­neln­­de gif­­ti­­ge Ar­­ten an, wie bspw. Anis-Eger­ling vs. Kar­bol-Eger­ling oder Schopf-Tint­ling vs. Grau­er Fal­ten-Tint­ling.

Anis-Klumpfuß - Cortinarius odorifer
Anis-Klumpfuß - Cortinarius odorifer

   Auf die meis­ten My­ko­lo­gen üben die Klump­fü­ße (Bul­bo­po­di­um), ei­ne Sek­ti­on der Un­ter­gat­tung Phleg­ma­ci­um in der Gat­tung der Haar­schlei­er­lin­ge (Cor­ti­na­ri­us),  ei­ne ma­gi­sche Wir­kung aus. Wes­halb dies so, hat mir bis­her nie­mand er­klä­ren kön­nen und ich kann es auch nicht, gleich­wohl ich ge­nau­so von ih­nen ver­zau­bert bin. Zu fin­den sind die­se Hob­bits un­ter den Pil­zen fast nur auf ba­si­schen Bö­den, de­ren es nur we­ni­ge in Bran­den­burg gibt. Ei­ne be­son­ders klump­fü­ßige und da­zu noch land­schaft­lich wun­der­schö­ne Ge­gend ist die Mär­ki­sche Schweiz, in wel­cher wir da­her die­ses Se­mi­nar ab­hal­ten. Ne­ben die­sen hier­zu­lan­de sel­te­nen Cor­ti­na­ri­en fin­den sich hier wei­te­re ba­si­phi­le und da­mit in der mär­ki­schen Sand­büch­se sel­te­ne Pilz­ar­ten wie der op­tisch und ol­fak­to­risch her­aus­ra­gen­de Specht-Tint­ling, der bei Ver­let­zung ro­sa ver­fär­ben­de Flü­gel­spo­ri­ge Milch­ling oder der Wür­zi­ge Tel­ler­ling.