Mor­cheln und Zei­ger­pflan­zen

Kurs­lei­tung: Dirk Har­mel 

Nächs­ter Ter­min: 23.04.2017
Tref­fen: 09:15 h am Bhf. Mün­che­berg
En­de: 17:30 am Bhf. Mün­che­berg
ÖPNV: RB 26 Ber­lin Lich­ten­berg - Mün­che­berg (oh­ne Ge­währ)

Speise-Morcheln
Speise-Morcheln

   Mor­cheln gel­ten ne­ben den Trüf­feln als die bes­ten Spei­se­pil­ze. Ge­mein ist al­len Ar­ten der Mor­cheln, wie auch den nah ver­wandten Ver­peln, dass sie nur im zei­ti­gen Früh­jahr zu fin­den sind.

    Die Spitz-Mor­chel wächst auf Kie­fern­rin­de und tritt nicht sel­ten in Gär­ten auf, die da­mit ge­mulcht sind. Sel­te­ner ist die Spei­se-Mor­chel, die nur auf ba­si­schen Bö­den hö­he­rer Feuch­te vor­kommt. Von die­sen gibt es in Ber­lin-Bran­den­burg nicht vie­le, ei­ner be­fin­det sich in der Mär­ki­schen Schweiz und tat­säch­lich fin­de ich hier re­gel­mä­ßig Mor­cheln.

    An­ders als die Mor­cheln, von den­en al­le Ar­ten ess­bar sind, gibt es un­ter der ähn­li­chen Lor­cheln ei­ni­ge töd­lich gif­ti­ge Spe­zi­es. Wie man die­se bei­den Grup­pen von Pil­zen si­cher un­ter­schei­den kann, se­hen wir uns vor­mit­tags zu­nächst in ei­nem Work­shop im Schwei­zer Haus in Buc­kow an.

Frühjahrs-Giftlorchel
Frühjahrs-Giftlorchel

    Wer Pil­ze nicht nach dem Zu­falls­prin­zip su­chen, son­dern am rich­ti­gen Ort zur rich­ti­gen Zeit sam­meln möch­te, wird sich über de­ren Öko­lo­gieGe­dan­ken ma­chen. Wir be­fas­sen uns da­her im Work­shop zu­nächst mit den ver­schie­de­nen Er­näh­rungs­wei­sen von Pil­zen, denn na­tür­lich ist ei­ne be­stimm­te Art nur dort zu fin­den, wo sie die für sie not­wen­di­gen Nähr­stof­fe fin­det.

    Wäh­rend das Wet­ter da­rü­ber ent­schei­det, wann eine Art Frucht­kör­per bil­det, sind die kli­ma­ti­schen Be­din­gun­gen für de­ren grund­sätz­li­ches Vor­kom­men re­le­vant. Ent­schei­dend ist da­für wei­ter­hin die Be­schaf­fen­heit des Bo­dens. Die­se zu er­ken­nen hel­fen uns so­ge­nann­te Zei­ger­pflan­zen, die uns recht ge­nau Aus­kunft über die Bo­den­qua­li­tät ge­ben. Wir be­fas­sen uns da­her auch ein we­nig mit den für uns wich­ti­gen As­pek­ten der Geo­lo­gie und Pflan­zen­so­zio­lo­gie.

Leberblümchen und Gelbes Windröschen
Leberblümchen und Gelbes Windröschen

   Al­le Theo­rie ist grau und des­halb star­ten wir nach der Mit­tags­pau­se zur Ex­kur­si­on durch die phan­tas­ti­sche Land­schaft der Mär­ki­schen Schweiz, um das Ge­lern­te in na­tu­ra zu er­fah­ren. Das re­lief­stärks­te Ge­biet Bran­den­burgs be­geis­tert mit gran­dio­sem Aus­blick von für Flach­land­ti­ro­ler rie­sig wir­ken­den Hü­geln wie dem Dachs­berg, den hier "Keh­len" ge­nann­ten Troc­ken­tä­lern wie der Sil­ber­keh­le, eis­zeit­li­chen Tot­eis­se­en wie dem klei­nen und gro­ßen Tor­now­see und der Au­en­land­schaft des Stöb­bers, der auf ei­nem Hoch­pla­teau eine Was­ser­schei­de bil­det und da­mit den Bar­nim so­wohl zur Nord- als auch zur Ost­see ent­wäs­sert.

   Die Ge­wal­ten der letz­ten Eis­zeit ha­ben den Bo­den or­dent­lich durch­ge­walkt und so gibt es so­wohl sau­re Si­li­kat­bö­den wie auch ba­sen­rei­che Ab­schnit­te.

Schildförmige Lorchel
Schildförmige Lorchel

   Ent­spre­chend fin­den wir in ei­nem Tal Säu­re­zei­ger wie die Hei­del­bee­re und hin­ter dem nächs­ten Hü­gel ein grün wo­gen­des Meer aus Kalk an­zei­gen­de Pflan­zen wie Le­ber­blüm­chen und Gel­bem Wind­rös­chen so­wie die pa­ra­si­ti­sche Schup­pen­wurz. Wer sich nicht nur für den ku­li­na­ri­schen As­pekt der zu­ge­ge­be­ner­ma­ßen ver­dammt lec­ke­ren Mor­cheln in­ter­es­siert, wird sich auch an den hier vor­kom­men­den und äu­ßerst sel­te­nen Ar­ten der Lor­chel­ar­ti­gen wie der Schild­för­mi­gen Lor­chel oder der Zip­fel-Lor­chel er­freu­en.