Das Herz des Grumsins

Ex­kur­si­on in die streng ge­schütz­te Kern­zo­ne des Un­es­co-Welt­na­tur­er­bes

Ex­kur­si­ons­lei­tung: Ro­land Schulz

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Unesco-Weltnaturerbe Grumsiner Forst
Unesco-Weltnaturerbe Grumsiner Forst

   Der Grum­si­ner Forst ist in meh­re­re Zo­nen ein­ge­teilt. Die Kern­zo­ne ist To­tal­re­ser­vat und darf nicht be­tre­ten wer­den. Aus­ge­nom­men da­von sind wis­sen­schaft­li­che Un­ter­su­chun­gen zur Ent­wick­lung des Ha­bi­ta­tes und zwei­mal mo­nat­lich ei­ne für je­der­mann zu­gäng­li­che Ex­kur­sion in klei­ner Grup­pe, die von we­ni­gen aus­ge­wähl­ten Zer­ti­fi­zier­ten Na­tur- und Land­schafts­füh­rern der Uc­ker­mark ge­lei­tet wird. Ro­land Schulz, Forst­wis­sen­schaft­ler und seit drei Jahr­zehn­ten im Na­tio­nal­park Un­te­res Oder­tal sowie dem Bio­sphä­ren­re­ser­vat Schorf­hei­de-Cho­rin zu­hau­se, freut sich, Sie durch das ein­zig­ar­ti­ge Ha­bi­tat zu füh­ren.

Schwarzspecht mit Nisthöhle
Schwarzspecht mit Nisthöhle

   Im Jahr 2011 wur­den fünf deut­sche Bu­chen­wäl­der in das seit 2007 be­ste­hen­de UNES­CO Welt­na­tur­er­be Bu­chen­ur­wäl­der auf­ge­nom­men und die­ses in Bu­chen­ur­wäl­der der Kar­pa­ten und Al­te Bu­chen­wäl­der Deutsch­lands um­be­nannt. 2017 ka­men 63 wei­te­re Teil­ge­bie­te Eu­ro­pas hin­zu, was dann den jet­zi­gen Na­men Al­te Bu­chen­wäl­der und Bu­chen­ur­wäl­der der Kar­pa­ten und an­de­rer Re­gio­nen Eu­ro­pas kon­sti­tu­ier­te. Während in den Karpaten noch ursprüngliche Buchenurwälder stehen, sollen sich die Alten Buchenwälder Deutschlands erst wieder dahin entwickeln. Die Kernzone des Grumsin wird seit 1990 nicht mehr bewirtschaftet und ist somit auf dem besten Weg dahin.

 

Igel-Stachelbart, auch Pompon oder Affenkopf genannt
Igel-Stachelbart, auch Pompon oder Affenkopf genannt

   Die Bu­che ist ein recht ei­gen­sin­niger Baum und dul­det dort, wo sie die für sie op­ti­ma­len Be­din­gun­gen vor­fin­det, kei­ne an­de­ren Baum­ar­ten ne­ben sich. So war denn auch Mit­teleuropa zu über zwei Drit­teln von Bu­che be­deckt, bis der Mensch in die Na­tur ein­ge­grif­fen hat. Doch ist die Bu­che auch ein rech­tes Zim­per­lein und wo es ihr zu feucht, zu troc­ken oder zu kalt ist, ha­ben an­de­re Bäu­me ih­re Chan­ce. Der Grum­sin liegt in ei­ner End­mo­rä­nen­land­schaft, wo­durch er sehr re­liefreich ist. Auf den Hän­gen kommt die Bu­che hier teil­wei­se noch gut zu­recht, ist aber durch zu­neh­men­de Troc­ken­heit we­gen des Kli­ma­wan­dels be­droht. In den Sen­ken fin­den sich Seen und Moo­re, de­ren Be­rei­che mit Stau­näs­se die Bu­che mei­det. Hier wach­sen statt des­sen Schwarz-Er­len und, wo es et­was we­ni­ger feucht ist, auch Eschen. Auch hier gibt es aber ei­ne ziem­li­che Dy­na­mik, da we­gen der zu­neh­men­den Troc­ken­heit ei­ni­ge Feucht­ge­bie­te aus­trock­nen. Dort, wo der Bi­ber ein­ge­zo­gen ist, hat er aber oft­mals den Was­ser­stand er­höht. Zu­sätz­lich rin­gelt er im Ufer­be­reich die hö­her ste­hen­den Bu­chen, um die­se zum Ab­ster­ben zu brin­gen und so Platz für Pap­peln und Bir­ken zu schaf­fen, die er als Nah­rung be­vor­zugt. Noch ist un­klar, wie sich der Grum­sin ob der viel­fäl­ti­gen neu­en Ein­flüs­se ent­wic­keln wid. Auf je­den Fall ist es ei­ne un­glaub­lich span­nen­de Ge­schich­te, bei der man viel über öko­lo­gi­sche Zu­sam­men­hän­ge und die Suk­zes­si­on vom Forst hin zum Kli­max­wald er­fah­ren kann.