An­fän­ger­se­mi­nar

Kurs­lei­ter: Dirk Har­mel

   Die­ses Se­mi­nar ist für al­le ge­dacht, die sich das ers­te mal mit Pil­zen be­schäf­ti­gen oder schon län­ger Röhr­lin­ge so­wie Pfif­fer­lin­ge sam­meln und nun sys­te­ma­tisch ih­re Kennt­nis­se er­wei­tern möch­ten.

   Sie ler­nen ei­ni­ge Grup­pen von Pil­zen mit vie­len ess­ba­ren Ar­ten ken­nen, in de­nen es kei­ne gif­ti­gen gibt und die­se Grup­pen si­cher von je­nen zu un­ter­schei­den, die für An­fän­ger we­ni­ger ge­eig­net sind. Viel wich­ti­ger ist den­noch, dass Sie das ge­ne­rel­le Prin­zip der Pilz­be­stim­mung er­ler­nen. Da­mit sind Sie in der La­ge, je­den un­be­kann­ten Fund selb­stän­dig mit­hil­fe von Be­stim­mungs­li­te­ra­tur zu iden­ti­fi­zie­ren. Das er­for­dert dann ob der vie­len Pilz­ar­ten noch ei­ni­ges an Übung, doch die Grund­la­gen sind ge­legt und wer ein­mal vom Pilz­fie­ber ge­packt ist, wird sich ger­ne wei­ter der span­nen­den Su­che und Be­stim­mung hin­ge­ben.

   Wald ist gleich Wald? So dach­te ich auch, be­vor ich mich mit Pil­zen be­schäf­tig­te. Sie wer­den stau­nen, wie groß die Un­ter­schie­de auf we­ni­gen Me­tern sein kön­nen. Hier ler­nen Sie, die An­for­de­run­gen ei­ner je­wei­li­gen Pilz­art an Ih­re Um­welt zu er­ken­nen und die un­ter­schied­li­chen Ha­bi­ta­te zu "lesen". Da­mit kön­nen Sie zu­künf­tig selbst vor­her­sa­gen, wo es sich wann lohnt, nach den bes­ten (und den meis­ten an­de­ren Samm­lern un­be­kann­ten) Ar­ten zu su­chen, statt am fal­schen Ort zur fal­schen Zeit kei­ne Ma­ro­nen zu fin­den.

 

Inhalt und Ziele des Seminars

  • Wir be­spre­chen die Grund­la­gen des Pil­ze­sam­melns, wel­che Uten­si­li­en sind ge­eig­net, wel­che soll­ten bes­ser zu Hau­se blei­ben? Wie ent­neh­me ich ei­nen Pilz dem Bo­den bzw. dem Sub­strat, wie trans­por­tie­re und ver­wah­re ich ihn?
  • Wir su­chen ge­mein­sam Pil­ze, sor­tie­ren die ge­fun­de­nen Ar­ten nach ihr­en ma­kros­ko­pi­schen Merk­ma­len und ent­dec­ken da­bei Ge­mein­sam­kei­ten und Un­ter­schie­de.
  • Wir nä­hern uns den wich­tigs­ten Gat­tun­gen und ord­nen die­sen die zu­vor ken­nen ge­lern­ten Merk­ma­le zu.
  • Wir ler­nen ei­ni­ge ess­ba­re Röhr­lin­ge und Täub­lin­ge so­wie de­ren gif­ti­ge Dop­pel­gän­ger ken­nen und sicher zu un­ter­schei­den.
  • Wir lernen die Le­bens­wei­se von Pil­zen kennen und die öko­lo­gi­schen Zu­sam­men­hän­ge, die bei ih­rem Wachs­tum eine Rol­le spie­len.
  • Wir besprechen die art- und gebietsbezogenen Sammelbeschränkungen für Pilze
  • Wir sich­ten Pilz­be­stim­mungs­bü­cher und dis­ku­tie­ren, wel­che mehr und wel­che we­ni­ger für An­fän­ger ge­eig­net sind.
  • Wir lernen Bestimmungsschlüssel kennen und anzuwenden

 

Termine, Zeitplan und Ablauf

   Die­ser zwei­tä­gi­ge Kurs fin­det mehr­mals im Jahr wäh­rend der Pilz­haupt­sai­son an ver­schie­de­nen, nach­fol­gend auf­ge­führ­ten Or­ten statt und geht von mor­gens ca. 09:30 bis abends ca. 18:00 Uhr. Vor­mit­tags sind wir im je­wei­li­gen Se­mi­nar­raum, um uns mit der Theo­rie zu be­fas­sen, nach­mit­tags ex­kur­sie­ren wir, um das Ge­lern­te in die Pra­xis um­zu­set­zen. Ab dem Treff­punkt bil­den wir Fahr­ge­mein­schaf­ten zum Se­mi­nar­raum, nach­mit­tags eben­so zu den Ex­kur­si­ons­ge­bie­ten. Ist das nicht mög­lich, so nut­zen wir ÖPNV oder ex­kur­sie­ren in der Nä­he des Se­mi­nar­raums.

 

Treffen:

jeweils 09:10 h
Bhf. Ora­ni­en­burg (Bus­hal­te­stel­le vor Bahn­hof)
Bahn­hofs­platz 1 in 16515 Ora­ni­en­burg

ÖPNV: RE 5 ab Ber­lin Ge­sund­brun­nen oder S 1 (ohne Gewähr)
Theorie: Se­mi­nar­raum in Ora­nien­burg
Ex­kur­si­ons­ge­bie­te: NSG Non­nen­fließ/ Schwär­ze­tal (Wald­gers­ten-Bu­chen-Wald) und Schorf­hei­de (sau­re Bö­den mit Weiß­moos-Kie­fern­wäl­dern und Wa­chol­der­hei­den) sowie Vor­wäl­der mit Troc­ken­ra­sen

Buchung:

 

 

Was jeder benötigt

  • Ei­nen Korb - die­ser soll­te zum Sam­meln von Spei­se­pil­zen üb­li­cher­wei­se aus Wei­de oder an­de­rem at­mungs­ak­ti­vem Flecht­werk be­ste­hen. Da wir hier je­doch Pil­ze um ih­rer Be­stim­mung wil­len sam­meln, eig­net sich je­des an­de­re fes­te Be­hält­nis
  • Ein schar­fes und sta­bi­les Mes­ser
  • Ei­nen Pin­sel
  • Alu­fo­lie oder klei­ne Pa­pier­tü­ten
  • Ei­ne Lu­pe mit 10- bis 20-fa­cher Ver­grö­ßer­ung. Bit­te kau­fen Sie kein teu­res Ge­rät ex­tra für die­sen Kurs. Wir be­nö­ti­gen sie nicht stän­dig und wer kei­ne ei­gene hat, nutzt die des Se­mi­nar­lei­ters oder ei­nes an­de­ren Teil­neh­mers. Wer möchte, kann eine spezielle Lupe mit Beleuchtung erwerben.
  • Pa­pier für Auf­zeich­nun­gen wäh­rend der Theo­rie so­wie ei­nen klei­nen Block, ei­nen Ku­gel­schrei­ber und ei­nen Filz­stift für No­ti­zen un­ter­wegs
  • Fes­tes, was­ser­dich­tes Schuh­werk, re­gen­fes­te Klei­dung (am bes­ten at­mungs­ak­tiv)
  • Falls Sie schon Pilz­be­stim­mungs­bü­cher ha­ben, dann brin­gen Sie die­se bit­te mit, kau­fen je­doch kei­ne ex­tra für die­sen Kurs, denn es gibt viel Un­brauch­ba­res auf dem Markt und wir wol­len uns ja erst ein­mal ge­mein­sam an­se­hen, wo­rauf vor dem Kauf zu ach­ten ist.

 

Die im Kurs behandelten Pilzgruppen

Marone oder Steinpilz?
Marone oder Steinpilz?

Röhrlinge

   Wer kennt und liebt nicht Ma­ro­ne und Stein­pilz? Doch kön­nen Sie ei­ne jun­ge Braun­kap­pe si­cher von ei­nem Her­ren­pilz un­ter­schei­den? Ei­ne Ver­wechs­lung hier­bei ist frei­lich noch nicht so schlimm, doch wir wol­len das Pilz­be­stim­men ja sys­te­ma­tisch er­ler­nen und des­halb al­le Merk­ma­le die­ser Ar­ten ge­nau ver­ste­hen. Un­an­ge­neh­mer, wenn auch noch nicht ge­fähr­lich, ist es, wenn ein Gal­len­röhr­ling in die Pfan­ne wan­dert. Ein ein­zi­ges Exem­plar reicht, um die Mahl­zeit un­ge­nieß­bar zu ma­chen. Nach die­sem Se­mi­nar pas­siert Ih­nen so et­was nicht mehr. Auch den ein­zi­gen stär­ker, wenn auch un­ter nor­ma­len Um­stän­den nicht töd­lich gif­ti­gen Röhr­ling, den Sa­tans­pilz, kön­nen Sie nun si­cher er­ken­nen.

Täubling
Täubling

Täublingsartige

   Wer sich an Täub­lings­ar­ti­ge wagt, soll­te al­le be­stim­mungs­re­le­van­ten Merk­ma­le dieser Fa­mi­lie und in Ab­gren­zung da­zu die der Blät­terpil­ze ken­nen. Hier kann ei­ne Ver­wechs­lung dra­ma­ti­sche Fol­gen ha­ben. Doch Sie wer­den lang­sam im­mer si­che­rer in der Be­stim­mung und so fällt es Ih­nen bald leicht zu er­ken­nen, ob ei­ne vor­lie­gen­de Art zur Gat­tung der Täubl­in­ge oder Milch­lin­ge ge­hört. Auch gibt es in un­se­ren Brei­ten aus die­sen Gat­tun­gen zwar ne­ben her­vor­ra­gen­den Spei­se­pil­zen auch ei­ni­ge un­ge­nieß­ba­re, doch kei­ne stär­ker gif­ti­gen Ar­ten. Schon nach dem ers­ten Tag des Se­mi­nars wis­sen Sie, wie man die ess­ba­ren Täub­lin­gsar­ti­gen er­kennt.

 

Ballet der Grünen Knollis
Ballet der Grünen Knollis

Wulstlinge

   Wenn man Täub­lin­gsar­ti­ge sam­melt, soll­te man nicht nur die­se Fa­mi­lie, son­dern vor al­lem auch die Gat­tung der Wulst­lin­ge ken­nen. Ei­ni­ge ih­rer Ar­ten sind mit die gif­tigs­ten Le­be­we­sen über­haupt. Sie ler­nen im ers­ten Teil des An­fän­ger­se­mi­nars die Merk­ma­le die­ser Gat­tung ken­nen und wis­sen die­se nun si­cher zu mei­den. Wuss­ten Sie ei­gent­lich, dass es un­ter den Wulst­lin­gen auch her­vor­ra­gen­de Spei­se­pil­ze gibt? Die­se zu be­stim­men ist nicht ein­fach und man soll­te sich hier nur her­an­wa­gen, wenn man ver­tief­te Kennt­nis­se der Pilz­kun­de hat. Wir wol­len zu­nächst nur er­ken­nen, ob ein Fund aus der Gat­tung der Wulst­lin­ge ist, um ihn nicht ver­se­hent­lich als Täub­ling an­zu­spre­chen.