Ex­kur­si­on in die Schö­no­wer Hei­de

Füh­rung in klei­ner Grup­pe in das streng ge­schütz­te FFH

Ex­kur­si­ons­lei­tung: Dirk Har­mel 

Schönower Heide
Schönower Heide

   Ein­mal im Jahr, zur Zeit der Hei­de­blüh­te, wenn der Bo­den sich ein ein vio­let­tes Meer ver­wandelt, öf­fne ich Ih­nen die Pfor­ten zu dem ge­schütz­ten Flora-Fauna-Habitat (FFH), wel­ches ich re­gel­mä­ßig kar­tie­re. Stun­den­lang kann man hier wan­dern, oh­ne ei­ner Men­schen­see­le zu be­geg­nen, da­für aber Muff­lons, wel­che man sonst kaum vors Au­ge be­kommt. Sel­te­ne Tier-, Pflan­zen- und nicht zu­letzt Pilz­ar­ten fin­den hier ei­nen Rück­zugs­raum und wol­len von Ih­nen ent­deckt wer­den.

 

Nächster Termin:

27.08.2017
Beginn: 10:06 h
Ende: ca. 14:00 h
Exkursionsort: Schönower Heide
Habitat: Sandtrockenrasen, Heide und Vorwald
Treffpunkt: Bhf Schönwalde (BAR)
Mühlenbecker Chaussee/An der Bahn in 16348 Wandlitz / OT Schönwalde
ÖPNV: RB 27 09:57 ab S-Bhf Karow - 10:06 an Bhf Schönwalde (BAR)

Bitte beachten Sie, dass es in Brandenburg mehrere Orte namens Schönwalde gibt. Wenn Sie mit Bahn anreisen möchten, wählen Sie bitte "Schönwalde (BAR)" als Zielbahnhof. Bitte beachten Sie auch, dass die S-Bahn, welche fahrplanmäßig in Karow Anschluss an die RB 27 hat, oft verspätet ist. Es empfiehlt sich daher, eine S-Bahn früher zu nehmen.

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Espenhain
Espenhain

   Die Schö­no­wer Hei­de ist, wie je­de an­de­re Hei­de, kei­ne na­tür­lich ent­stan­de­ne, son­dern ei­ne durch mensch­li­chen Ein­fluss ge­präg­te Land­schafts­form. Der mär­ki­sche Sand­bo­den ist von Na­tur aus sau­er und nähr­stoff­arm. Durch frü­he­re Nut­zung als Hu­te­wald wur­den ihm dann noch Nähr­stof­fe ent­zo­gen und so war er spä­ter nicht mehr für die Land­wirt­schaft ge­eig­net. Nur Kie­fern wur­den hier zu­nächst noch auf­ge­fors­tet, doch schon im 19. Jh. wur­de die Flä­che als Trup­pen­übungs­platz ge­nutzt und dies dann bis zum En­de der DDR. Der da­durch auf­ge­ris­se­ne Sand­bo­den äh­nel­te dem Zu­stand wie nach dem Rück­zug der Glet­scher nach der letz­ten Eis­zeit. Da­mals wie heu­te sie­del­ten sich zu­nächst Flech­ten an und in der Fol­ge ent­stand ein Sand­troc­ken­ra­sen. Kurz da­rauf folg­te die Be­sen­hei­de (Cal­lu­na vul­ga­ris), auch Hei­de­kraut ge­nannt, die na­mens­ge­ben­de Pflan­ze die­ses Ha­bi­ta­tes. Auf dem auf die­se Wei­se nun vor Wind­ero­si­on ge­schütz­ten Bo­den dau­ert es nicht lan­ge, bis sich auch ers­te Pio­nier­bäu­me wie die Wald­kie­fer, die Es­pe und die Hän­ge­bir­ke an­sie­deln, heut­zu­ta­ge lei­der auch die Spä­te Trau­ben­kir­sche, ein ag­gres­si­ver Neo­phyt.

 

Gelbstieliege Keule
Gelbstieliege Keule

   Heu­te möch­te man die­se Kul­tur­land­schaft er­hal­ten und dies be­deu­tet, den Baum­be­wuchs zu re­gu­lie­ren, da die Hei­de sich sonst schnell in ei­nen Kie­fern-Vor­wald wan­deln wür­de. Die Pfle­ge von Men­schen­hand ist na­tür­lich kos­ten­in­ten­siv und so kam man auf die Idee, Wild­tie­re zur Be­wei­dung an­zu­sie­deln. Es wur­den acht Stück Reh- so­wie je zwölf Stück Dam- und Muf­fel­wild her­ge­bracht, wel­che das neue Zu­hau­se gut an­nah­men, sich präch­tig ver­mehr­ten und so die auf­kom­men­de Strauch- und Baum­ve­ge­ta­ti­on durch Ver­biss in Schach hal­ten. Vie­le äl­te­re Bäu­me wur­den ge­fällt, um kom­plett of­fe­ne Flä­chen zu er­hal­ten, es wur­den je­doch auch ei­ni­ge Vor­wald­area­le er­hal­ten, wel­che den Tie­ren Dec­kung und den Pil­zen ein Zu­hau­se bie­ten.

 

Kiefern-Habichtspilz
Kiefern-Habichtspilz

   Um die Tie­re am Ort zu hal­ten, wur­de ei­ne zen­tra­le Flä­che von 140 ha ein­ge­zäunt, die nun auch für die All­ge­mein­heit nicht mehr zu­gäng­lich ist. In die­ser vor mensch­li­chem Ein­fluss ge­schütz­ten Kern­zo­ne hat sich nun nicht nur ei­ne ein­zig­ar­ti­ge Flo­ra und Fau­na ge­bil­det, in der sel­te­ne Tier­ar­ten wie Wild­bie­nen, bo­den­brü­ten­de Vö­gel, Eid­ech­sen und Vi­pern Schutz fin­den, son­dern auch ei­ne au­ßer­ge­wöhn­li­che Fun­ga. Der nähr­stoff­ar­me Bo­den zwingt die Bäu­me zur Sym­bio­se mit My­kor­rhi­za-Pil­zen, wel­che die Wir­te mit Ni­tra­ten ver­sor­gen. Al­ler­dings bil­den die Pil­ze we­gen des troc­ke­nen Bo­dens nur in be­son­ders re­gen­rei­chen Jah­ren grö­ße­re Men­gen an Frucht­kör­pern. In die­sem Som­mer ha­ben wir mehr als ge­nug Nie­der­schläge und so ist hier im Herbst ein ganz be­son­de­rer As­pekt zu er­war­ten. Sonst sel­te­ne Pil­ze wie ver­schie­de­ne Rot­kap­pen­ar­ten und Ha­bichts­pil­ze dürf­ten eben­so zu fin­den sein wie die Gelb­stie­li­ge Keu­le und vie­le mehr.

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